Sonntagnachmittag in der Gruppe -

ein kleiner Sonnenstrahl für seelisch Erkrankte

 

 

 

Unser Motto :  "Einer hilft dem Anderen."

 

 Wenn du wieder lachen kannst, hast du den ersten Schritt zur Gesundung gemacht !!!

  Hinweis : Für den Inhalt der Beiträge sind die Verfasser verantwortlich !

 

Psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung

Als Betroffene wende ich mich an Sie mit einem Problem, das Ihnen sicherlich nicht

unbekannt ist: es geht um die extrem langen Wartezeiten, die man in Kauf nehmen

muss, wenn man sich um eine Psychotherapie bemüht. Sechs bis neun Monate und

auch mehr als ein Jahr sind hier üblich.

Ich habe erfahren, dass es viele Psychologen gibt, die ( noch ) keine Kassenzulassung

haben und das die Anzahl der Therapeuten nach einem bestimmten Schlüssel - in

Bezug zur Einwohnerzahl - berechnet wird. Hier möchte ich fragen, wie dieser Schlüssel 

ermittelt wird, denn nicht nur meine eigene Erfahrung, sondern auch die vieler anderer

Betroffener zeigt doch, dass der Bedarf an Psychotherapie sehr hoch ist und mit einer

Erhöhung der zugelassenen Therapeuten sicherlich Linderung zu verschaffen wäre.

 

Auch Allgemeinmediziner und andere Fachärzte haben Wartezeiten - aber wenn man

ein akutes somatisches Problem hat, so hat man aber auch die Gewissheit, noch am

gleichen Tag einen Arzt aufsuchen zu können. Anders jedoch bei psychischen

Problemen: was hilft es einem Menschen, der sich in einer akuten persönlichen oder

beruflichen Krise befindet, wenn er 6 bis 12 Monate auf eine Psychotherapie warten muss?

Er ist absolut auf sich allein gestellt, was die Krise in den meisten Fällen noch 

verschlimmert - mit nicht gerade positiven Auswirkungen. Das können z.B. stationäre

Aufenthalte sein, die dann auch wieder ein Kostenproblem darstellen. Danach jedoch

steht man wieder vor der gleichen Misere, wenn es um die ambulante Nachsorge geht.

 

Ich selber bin wegen dieser Situation sehr frustriert, da ich meine mehrseitige Liste der

Psychologen aus den umliegenden Städten nun schon zum dritten Mal durchgehe.

Diese Liste habe ich unterteilt in Wochentage und Sprechzeiten, zu denen die

Psychologen jeweils zu erreichen sind. So habe ich in der Zeit, in der ich krank -

geschrieben war, täglich mehrere Psychologen angerufen - jedoch immer mit dem

gleichen traurigen Ergebnis. Wartelisten gibt es bei den meisten Psychologen auch nicht

mehr - sie erwarten von den Klienten, dass sie sich nach einigen Wochen noch einmal

melden - dann kann man sich fühlen wie bei einer Lotterie: wer einen Platz ergattert,

kann sich glücklich schätzen! Die Frage, ob Therapeut und Klient zusammen passen,

ist damit noch nicht geklärt.

Nach wochenlanger Suche habe ich immer noch keinen Platz gefunden. Da ich mittler-

weile wieder arbeite, ist es für mich umso schwieriger geworden, während meiner

Arbeitszeit die jeweiligen Telefonzeiten der Psychologen einzuhalten. Trotz meiner

Frustration suche ich weiter, weil es für mich sehr wichtig ist, einen Platz zu bekommen

- wie viele Menschen jedoch haben nicht die Kraft, dieses Durchhaltevermögen

aufzubringen? Was geschieht dann?

In dieser Situation habe ich mich einer Selbsthilfegruppe zum Thema "Depression"

angeschlossen, um mich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen. Auch hier

haben die meisten die gleichen enttäuschenden Erfahrungen gemacht, wenn es darum

geht, einen Therapieplatz zu finden. Von daher spreche ich im Namen all dieser

Betroffenen, die unter dieser Situation leiden.

Unsere Frage ist daher: weil dieses Problem hinreichend bekannt ist und auch seit

längerer Zeit besteht - warum wird hier von Seiten der Verantwortlichen nicht Abhilfe

geschaffen??? Die Betroffenen würden es zu ihrer Gesundung dringend benötigen und

wahrscheinlich würden auch einige Nachfolgekosten gespart.

Wir würden uns freuen, auf diese Fragen von Ihnen eine Antwort zu erhalten!

 

Eine Reise zurück ins Leben - Wege aus der Depression

Bis vor wenigen Monaten gehörte ich zu einer großen, anonymen Gruppe von Menschen,

die vollkommen isoliert am Rande der Gesellschaft lebt: 

Ich bin einer von vielen Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

Das Leben war grau und eintönig, mein bester Freund war der Fernseher und meine meine einzigen

Kontakte zur Außenwelt beschränkten sich auf den täglichen Einkauf im Supermarkt und am Kiosk.

Ich war froh, wenn ich den Tag irgendwie hinter mich bringen und mich schlafen legen konnte,

um wenigstens dann Ruhe und so etwas wie Frieden zu finden.

Es gab keine Perspektive, keine Pläne für die Zukunft und nichts, wofür ich mich hätte wirklich

begeistern können. Begriffe wie Selbstvertrauen, Lebensmut oder Verantwortung waren mir

vollkommen fremd geworden - statt dessen beherrschten Angst und Verzweifelung mein Leben:

Ich hatte resigniert. Anderen Menschen gegenüber war ich sehr misstrauisch und vorsichtig,

denn Verständnis oder sogar Mitgefühl hätten meine Fassade zum Einsturz gebracht.

Aber wenn ich in einem der wenigen lichten Momente in mich hinein hörte, dann bemerkte ich eine

große innere Leere und Unzufriedenheit mit meiner Situation; irgendetwas in mir wollte wieder am

wirklichen Leben teilhaben und mit anderen Menschen in Verbindung treten. Dieses noch unbestimmte

Gefühl wurde immer stärker und allmählich nahm eine Idee Gestalt an. Ich gebe mir eine letzte Chance

und suche mir eine Selbsthilfegruppe mit Menschen, denen es vielleicht genau so ergangen ist, 

oder ergeht, wie mir. Sehr zögerlich und ängstlich griff ich zum Telefon und informierte mich über

bestehende Gruppen. Es dauerte dann aber noch einige Wochen, bis ich genügend Mut gefunden hatte, 

um mich tatsächlich auf den Weg zu machen.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt." Und

genau so war es auch bei mir! So viel Freundlichkeit, Mitgefühl und Verständnis, wie mir schon bei

meinem ersten Besuch in der Gruppe entgegenkam, hatte ich schon sehr lange Zeit nicht mehr erfahren,

und so dauerte es auch eine Weile, bis ich damit überhaupt umgehen konnte und mich nicht mehr fragte:

"Und wo ist der Haken?"

Jetzt, einige Monate später, erkenne ich mich selbst nicht mehr wieder. Mein Leben ist viel farbenreicher

geworden, andere Menschen sind keine potenzielle Gefahr mehr für mich, sondern mögliche Bekannte

oder sogar Freunde. Ich stehe wieder mitten im Leben, bin ausgefüllt und engagiere mich für Themen 

und auch Menschen, die mich interessieren. Mittlerweile sind Begriffe wie Lebensmut, Perspektive und 

Freude wieder zu einem wichtigen Bestandteil meines Wortschatzes geworden. Immer wieder ergeben

sich neue Chancen und Wege, die nur darauf warten, beschritten zu werden.

Selbsthilfe ist Lebenshilfe, wenn man sich darauf einzulassen vermag und führt zurück ins Leben!

 

Beitrag von Eckhard, Dezember 2008

 

 

Erfahrungsbericht mit der Freiwilligen-Agentur-Dortmund

Um aus der Depression zu kommen ist es wichtig, dass wir Erfolgserlebnisse

haben, gerade die Gruppenmitglieder, die nicht mehr berufstätig sind vermissen

eine Aufgabe, die Struktur in den Alltag bringt.

Eine Möglichkeit ist die ehrenamtliche Betätigung.

Die Freiwilligen-Agentur-Dortmund kann eine gute Sache sein, da sie das

Bindeglied zwischen Interessierten und Bedürftigen ist.

Unter www.freiwilligenagenturdortmund.de findet jeder Informationen über das

ehreamtliche Engagement. Auf der Startseite befindet sich eine Eingabezeile für

das Profil des Helfenden ( Alter, Ort der Tätigkeit wie "Raum Dortmund" oder

einzelne Stadtteile, Füherscheinklasse, Geschlecht, Arbeit mit einer Person,

mehreren Personen oder allein etc.)

Nachdem ich diese Fragen beantwortet habe und auf "suchen" ging, wurden mir 

mehrere Angebote, die zu meinem Profil passen, angezeigt.

Für jedes Angebot gibt es eine Nr. Um das Angebot nutzen zu können ist es

erforderlich, die Freiwilligen Agentur in der Börswordhalle aufzusuchen und in

einem persönlichen Gespräch mit dem Angestellten unter Angabe der Nr. nähere

Infos zu der Tätigkeit zu erhalten. ( wer steckt hinter dem Angebot, wieviele Stunden

umfasst die Tätigkeit etc.) Außerdem wird in dem Erstgespräch ein Vermittlungsvertrag

geschlossen, der zu unterzeichnen ist. 

Öffnungszeiten: Di 10-15 Uhr, Do 10-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr Tel.: 0231 / 5010600

Einen Katalog über die Tätigkeiten gibt es nicht, jeder Interessierte muss den Weg

über das Internet gehen. Es gibt ca. 600 Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Betätigung.

Wer Interesse hat aber über keinen Internetanschluss verfügt, kann mich ansprechen

 

Dortmund, den 17. März 2007

Frank H.

Das Berufliche Trainingszentrum ( BTZ ) in Dortmund

Das BTZ befindet sich an der Rheinischen Straße 210, Ecke Ottostraße in Dortmund. 

Es ist eine gemeinnützige Einrichtung der beruflichen Rehabilitation. Gesellschafter

sind der Nordrhein-Westfälische Berufsförderungswerk e.V. und die LVA Westfalen.

Die Finanzierung der laufenden Leistungen erfolgt durch die Bundesanstalt für Arbeit,

die Rentenversicherungsträger, die Berufsgenossenschaften und die Sozialhilfeträger.

Die Abwicklung erfolgt über die örtlichen Arbeitsämter.

 

Das BTZ bietet seelisch behinderten Erwachsenen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Ziel ist die Abklärung einer realistischen beruflichen Perspektive und die Stabilisierung für

die Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt oder für eine anschließende Umschulung.

Angeboten werden einjährige Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Nach einer Einstiegsphase mit einer Dauer von acht bis zwölf Wochen steht das

Berufstraining in den Trainingsbetrieben im Vordergrund. Sozial- und Bewerbungs-

training, psychologische Betreuung, sozialpädagogische Hilfen und externe betriebliche

Praktika sind Bestandteile der Leistungen.

Das berufliche Training erfolgt in fünf Trainingsbetrieben: Text/Grafik/Druck,

Handwerk/Technik, Büro/Verwaltung, Küche/Hauswirtschaft und dem Offenen Bereich

mit dem Handlungsfeld Veranstaltungsservice. In den Trainingsbetrieben wird berufliches

Training mit Qualifizierung und Rehabilitationshilfen verbunden.

Sie beginnen das Training mit einer dreimonatigen Orientierungsphase. Sie beginnen mit

einer täglichen Trainingszeit von 4 Stunden und steigern kontinuierlich die persönliche

Belastbarkeit für einen achtstündigen Arbeitstag.

Die berufliche Anpassung dauert sieben Monate. In dem von Ihnen ausgewählten

Trainingsbetrieb, der nach neuesten Erkenntnissen ausgestattet ist, bearbeiten sie reale

Arbeitsaufträge. Sollte die Arbeitsaufnahme oder die Umschulung schon vor Ablauf von

zwölf Monaten möglich sein, können Sie Ihre berufliche Trainingsmaßnahme sofort beenden.

In einem zweimonatigem Praktikum können Sie in einem von Ihnen ausgewählten

Fachbetrieb/Unternehmen Ihre erworbenen Fachkenntnisse praxisrelevant anwenden.

 

Informationsveranstaltungen finden immer Mittwoch um 14 Uhr statt. Sie haben

Gelegenheit, die Trainingsbetriebe des BTZ zu besichtigen. Telefon 0231 - 9130420

Im Rahmen unseres Aufnahmeverfahrens bieten wir Ihnen bis zu drei Kennenlerntage

im BTZ an.

Das Einzugsgebiet umfasst die Räume Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Herne,

Bochum, Ennepe Ruhr Kreis, Hagen, Dortmund, Coesfeld, Hamm, Unna, Soest,

Iserlohn und Meschede.

 

Quelle: Informationsbroschüre des BTZ

 

 

Oldie Party

 

Einmal im Monat muss ich raus; es zieht mich dann in´s Keuning-Haus.

Dort sitz im Keller ich am Tresen;

"Du bist dort wirklich nie gewesen?"

Bildhübsche Frauen gibt es hier, dazu so manches leckere Bier.

Die Oldies mit der Kerzen Licht, ja etwas schön´res gibt es nicht!

Es wird getanzt bis in den Morgen, man ist gelöst, kennt keine Sorgen.

Die Seele baumelt, findet Ruh;

gefällt Dir das, dann komm auch Du !

Gedicht von Reinhold

 

Das Marien Hospital in Dortmund - Hombruch

 

Ab 1. März 2005 befindet sich die Psychiatrische Abteilung in Hombruch.

Am 12. Februar fand ein Tag der offenen Tür statt. In dem Neubau wurden 

2 Abteilungen gezeigt. Es gibt zwei Depressionsabteilungen.  

Die Tagesklinik bietet 25 Patienten teilstationäre Behandlung an.

Im Rahmen der Psychotherapie bietet man unter anderem die 

Dialektisch - Behaviorale Therapie ( DBT ) für Borderline und Bulimie Patienten an.

Der Bericht wird fortgesetzt.

 

 

Bericht aus der Hans Prinzhorn Klinik in Hemer Depressionsstation B 6:

Auf der Station freundlicher Empfang durch das Stationspersonal und Mittpatienten.

Die Station hat 25 Betten und ist personell gut ausgestattet, es sind 2 Nachtwachen da.

Die Ärzte und das ganze Team sind nett. Es gibt eine gute Aufklärung über die

Therapiemaßnahmen. Jeder Patient bekommt eine/n feste Schwester / Pfleger plus

Stellvertreter, an die/den er sich jederzeit wenden kann.

Patienten haben Stationsdienst ( Blumen gießen, staubsaugen) jeweils 3 Patienten haben

Fühstücks-, Mittags-, oder Abendbrotdienst. 

Ausgang ist außerhalb der Therapien jederzeit möglich für Waldspaziergänge, Fahrten nach

Hemer, Kinobesuche bis 22 Uhr. Wochenendbeurlaubung gibt es ab dem 2. Wochenende.

Es gibt regelmäßige "Angehörigenabende" für Familienangehörige und Freunde.

Rund um die Uhr zugängliche voll ausgestattete Küche mit allzeit gut gefülltem Kühlschrank,

Obst, Tomaten, Gurken ist frei verfügbar. 

Eine zweite Küche ist für Koch - und Backtherapie bestimmt.

Freizeitangebote:  Kegeln am Montag, Disco am Mittwoch, Sauna am Donnerstag,

Badminton Freitags

Verbesserungswürdig: Bewegungstherapie ist gleich nach dem Mittagessen,

Frühgymnastik von 10 Minuten wird nur 2x pro Woche angeboten, Schwimmen 1x die Woche,

Beschäftigungstherapie zwar vielseitig, aber pro Station sehr eingeschränkte Angebote

Kaffeekonsum wird nicht eingeschränkt ( nach Studien in den USA kann Kaffee oder Schwarztee

Panikattacken auslösen )

Die Anbindung an den ÖPNV ist sehr mangelhaft!

 

Mit welchen Problemen bin ich gekommen ?

Was steckt dahinter ?

Was will ich daran ändern ?

Wie will ich das tun ?

Wie will ich sein, wenn ich nach Hause gehe ?

Wie können Wir ihnen dabei helfen ?

Therapieangebote: Entspannungstherapie nach Jocobson,  Joggen, Kochtherapie,

Kunsttherapie, Lichttherapie, Musiktherapie, Psychotherapie als Einzel- und Gruppentherapie.

rTMS ( Magnetstimmulation ), Rückenschule, Schwimmen, Shiatsu, Sport/Bewegungstherapie,

Wachtherapie, Walking.

Bericht von Beate   

 

Bericht aus der Fachklinik Heiligenfeld, Bad Kissingen

 

Das einzigartige Konzept hat mir geholfen, dass ich direkt im Anschluss an meinen Klinik -

aufenthalt die berufliche Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell durchführen konnte.

Mittlerweile arbeite ich wieder ganztags.

Das Konzept hat sich für mich deshalb als einzigartig hilfreich erwiesen, weil es durch die

Kombination verschiedener Therapieformen besonders wirkungsvoll greift. Durch speziell auf meine

Bedürfnisse abgestimmte Gruppentherapie, verschiedene Körpertherapien und kreative Therapien,

die durch themenzentrierte Gruppen sowie durch Meditation und Entspannungstraining ergänzt

wurden, wurde ein für mich beeindruckender Heilungsprozess in Gang gesetzt.

Ferner ist die unterstützende Atmosphäre dieser Klinik m.E. einzigartig und für den Heilungsprozess

mehr als hilfreich.

Während meines Klinikaufenthaltes konnte ich erleben, wie auch Patienten innerhalb recht kurzer

Zeit große Fortschritte gemach haben.

Die Fachklinik Heiligenfeld zeichnet sich u.a. durch folgende Punkte aus:

 

Ganzheitliches und integratives Therapiekonzept, Breites Therapieangebot, Verbindung von 

Psychotherapie, Körpertherapie, kreativer Therapie, Meditation und Entspannung sowie themen -

zentrierte Gruppen.

Sehr gutes Verhältnis Patientenzahl/Therapeuten ( in meiner Kerngruppe 10 Patienten/ 2 Therapeuten

+ 1 kompetente Praktikantin ) Die kriegen alles mit. Außergewöhnlich hohe Behandlungsintensität.

Therapien und Therapieformen abgestimmt auf die individuellen Notwendigkeiten des Patienten

Sehr intensive Auseinandersetzung mit sich selbst möglich, wenn man es will,

man selbst bestimmt die Grenzen, wird zu nichts gedrängt

Tiefenpsychologisch orientierte Gruppentherapie mehrmals die Woche, Kerngruppen täglich

daneben Einzeltherapie

Mitbestimmung bei der Patientenversammlung; Stärkung der Selbstverantwortung und Mitarbeit

durch wöchentliche Verteilung von Patienten-Ämtern

Plenum = 1x wöchentliche Versammlung der Patienten zur Begrüßung der "Neuen" und zur

Verabschiedung der "Alten" - Teilnahme auch für externe möglich, um sich vom Geist der Klinik

ein Bild zu machen.

Forum = 1x wöchentliche Versammlung der Patienten, um Gelegenheit zu bekommen, sich vor der

Patientengemeinschaft zu öffnen, zu zeigen und ein Problem zu erzählen, um anschließend von

der Gemeinschaft liebevoll getragen und aufgefangen zu werden.

Enge Patientengemeinschaft / liebevoller Umgang, auch mit den Therapeuten, sehr menschlich,

man wird immer aufgefangen.

Verschiedene Rituale während der Therapie unterstützen den Heilungsprozess

Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Meditationstechniken

Ansprechende Unterkünfte und Behandlungsräume, die Bauweise erinnert nicht an eine Klinik

Therapien mit Pausen von 7.00 - 17.00 Uhr ( man ist quasi durchgängig beschäftigt )

fast nur  Einzelzimmer

Therapie während der sporadisch stattfindenden Intensivwochen von 6.30 bis 21.00 Uhr

 

 Weitere Infos unter : www.achtsamleben.de 

Beitrag von Klaus B:

 

 

Lieber Schorsch, es hat mich sehr beeindruckt, was Du gestern über Deinen 

Klinikaufenthalt und Deine erfolgreichen Bemühungen um ein gutes Klima erzählt hast.

Karl - Heinz

Antwort von Schorsch

Ich habe speziell nach den ersten Tagen des Klinikaufenthaltes wieder gelernt, ich selbst zu

sein, zu mir zu kommen, Ruhe zu finden und meinen persönlichen Freiraum zu suchen.

Bei Spaziergängen durch den Park habe ich Eichhörnchen und Vögel beobachtet, die Leute

freundlich gegrüßt und dabei festgestellt, dass durch den Zugang auf Andere sich viele

negative Vorstellungen verkleinern oder in nichts auflösen.

Als es mir wieder etwas besser ging, habe ich versucht, von meinen positiven Eindrücken

auch andere zu überzeugen. Jeder hat Wünsche, Gefühle, Ziele. Diese muss ich mir selbst

formulieren und so gestalten, dass sie erreichbar bleiben und auch kleine Schritte 

erkennbaren Fortschritt bedeuten.

Gemeinsamkeit macht stark, doch sie fordert auch eine hohe Disziplin von den Einzelnen

dieser Gemeinschaft. Die Offenheit und das Vertrauen zu den Anderen der Gruppe muss

erarbeitet, erkämpft und als kleine Pflanze sorgfältig herangezogen werden.

Freude der Gruppe kommt jedem zuteil, ein lustiger Spruch, eine passende Bemerkung,

ein nettes Lächeln kostet keinen Pfennig, steigert jedoch das Selbstvertrauen und fördert

die Laune für den Tag. Mit dem Brötchen war das so ein passendes Beispiel.

War für mich einfach selbstverständlich und angenehm, wurde in diesem Fall für andere

eine Überraschung. Essen bedeutet eben mehr als den Magen zu füllen, Auge, Gefühl

und Ambiente spielen dabei eine ebenso bedeutende Rolle. Wenn das alle wollen,

ist es eine Kleinigkeit.

 

 Wunder zu bewirken, für die ein Therapeut keine Zeit hat.

Sämtliche Angebote der Klinik sind, was die Therapie betrifft darauf ausgerichtet,

wieder "sich selbst" zu spüren, seinen Körper und seine Sprache zu hören und sein eigenes

Ego zu finden. Man muss nur wollen, sich fallen lassen, loslösen vom Alltag und die

Gegenwart leben.

Die Vergangenheit hat geprägt, geschliffen, verändert, dieses zu erkennen, unangenehme

Erfahren zu schildern und dann auch abzuhaken, positiv zu denken und sich über kleine

Fortschritte und Erfolge zu freuen ist wichtig. Jeder hat Fähigkeiten, die geweckt, erkannt

und genutzt werden müssen. Die Stärken des Einzelnen sind auch die besondere Kraft 

der Gruppe. Die Kräfte miteinander zu vereinen ist mit die Aufgabe der Therapeuten und

des Pflegeteams der Klinik. Geschulte Kräfte erkennen in der Koordination der Therapie

die Fähigkeiten und Schwächen der Patienten und sollten die Behandlung darauf 

abstimmen.

Beitrag von Schorsch, Juni 2003 

 

 

 

Anfang 2003 wurden zwei Mitglieder unserer SHG in ein und derselben psychiatrischen

Klinik in Dortmund wegen akuter Depressionen aufgenommen.

Eine Person war Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, die andere hatte eine

Krankenhaus - Zusatzversicherung.

 

Behandlung des Mitgliedes der gesetzlichen Krankenkasse:

Verordnung eines Medikamentes, das bis zum Ende des Klinikaufenthaltes nicht 

gewechselt wurde.

Einzel - oder Gruppentherapie gab es nicht und wird Kassenpatienten nicht angeboten.

deshalb folgender Tagesablauf: Schlafen, rauchen, Frühstücken, Tabletten nehmen,

rauchen, lesen, Fernsehen, rauchen, Mittagessen, rauchen, Fernsehen .....

hin und wieder, nicht täglich: Visite durch Arzt/Ärztin, Ergotherapie, Gymnastik

Entlassung nach drei Wochen , Ergebnis : keines

 

Behandlung des Mitgliedes mit Krankenhaus - Zusatzversicherung:

Behandlung durch den Chefarzt und Ärzte/Ärztinnen

Einzeltherapie / Einzelgespräche, Autogenes Training durch den Chefarzt.

Ergotherapie, Gymnastik, intensive Untersuchungen

Behandlungsversuche mit mehreren Medikamenten und Verfahren.

Entlassung nach acht Wochen. Ergebnis der Behandlung: Keines

Beitrag von Karl - Heinz

Frühlingsgruß

 

Von 1996 bis März 2002 litt ich unter mit den Jahren schlimmer werdenden Depressionen. 

Dies ging einher mit einer starken Gewichtszunahme von ca. 18 kg sowie Trennung von der

Freundin und Verlust von mehreren Arbeitsplätzen. Fast wie durch ein Wunder wurde ich 

letztes Jahr von all diesem Mist befreit. Ich bekam mit 42 Jahren die Gelegenheit mein gesamtes

Leben noch mal zu reflektieren, incl. Kindheit und Jugend. Was mir dabei auffiel, war die von 

mir schon in sehr jungen Jahren immer wieder hervorgeholte Behauptung, dass mein 

Schicksal unabänderlich und unausweichlich und jede Anstrengung, sich dagegen aufzulehnen, 

nutzlos sei. Gepaart war dieses Gebräu mit sich immer stärker auswirkenden Verlustängsten

und einer gewissen bestimmt gut gemeinten Tendenz meiner Eltern zur Überversorgung und

Verwöhnung. Ohne das dies von einem Arzt diagnostiziert wurde, hatte ich bestimmt seit dem

elften Lebensjahr ( Vorpubertät ) Depressionen, die sich von gelegentlichen manischen

Episoden abgesehen bis zum Abitur hinschleppten. Die nächsten fünf Jahre kippte dies in

teilweise schwere Psychosen ab. Durch Medikamente und Gesprächstherapie erfolgte eine

Stabilisierung, so dass ich mit 30 Jahren verspätet noch eine Berufsausbildung abschließen konnte.

 

Die nachfolgenden Jahre waren durch harte Arbeit sowie durch eine langjährige Partnerschaft

gekennzeichnet, dies allerdings auch begleitet mit der permanenten Angst, beides wieder zu 

verlieren. Endergebnis dessen war, dass ich ab irgend einem Punkt langzeitarbeitslos, 

langjähriger Single und depressiv war. Aus heutiger Sicht haben meine Verlustängste nur 

die Verluste noch beschleunigt. Heute bin ich immer noch langzeitarbeitslos, immer noch Single, 

aber gänzlich ohne Depressionen und wieder idealgewichtig. Mein Äußeres halte ich nach 

sehr vielen Jahren für durchaus akzeptabel, meine leichte Armbehinderung von Geburt an stört 

mich nicht mehr besonders. Meine körperliche Fitness ist sehr gut, die Bewegungsmotorik

und Gelenkigkeit ist mit 42 Jahren besser (!) als in meiner Kindheit und Jugend. 

Meine äußeren Rahmenbedingungen haben sich in den letzten 12 Monaten überhaupt 

nicht verändert, meine Bewertung dessen jedoch grundlegend.

 

Was ich Euch als Quintessenz mit auf den Weg geben möchte:

Tiefsitzende Ängste, Kindheitstraumata, allerschwerste Depressionen oder auch jedwede 

körperliche Krankheiten, Behinderungen, Amputationen müssen nicht notwendigerweise

Kreuze sein, an die wir ewig genagelt sind. Manches im Leben (z.B. früher Tod der Eltern oder

des Kindes) ist schrecklich und da gibt es nichts dran zu beschönigen. Wenn solche Erlebnisse

uns aber den Rest des Lebens im Würgegriff halten und uns den Sinn für das Schöne verstellen,

haben wir es - wie ich auch lange Zeit - verlernt, einen Sinn im Leben zu finden.

 

Wir haben immer die Möglichkeit, das Gefühl des Schmerzes über den Verlust zu verarbeiten

( z.B. ein Gedicht, ein Bild ) und somit dem Stillstand und dem Gefrieren dieses Gefühl zu 

entkommen. Der Verlust bleibt bestehen, jedoch unser Denken und auch das Fühlen hierüber 

kann sich mit der Zeit zum Positiven verändern. Wir können seelisch dadurch wachsen und

heranreifen. Kein Arzt, Psychologe oder Medikament, so wichtig diese als Türöffner auch 

sind, kann uns diese Arbeit an uns selbst abnehmen.

 

Gewisse neurotische Ängste und körperliche Verkrampfungen haben bei mir länger als 

30 ( in Worten dreißig ) Jahre gedauert, aber auch so was kann wieder zu Ende gehen.

Lernt Euch selber besser kennen, begreift Euch als eine Einheit von Körper, Seele und 

Geist und Ihr werdet sehen egal wie alt Ihr seid, was für eine starke Energie 

in Euch steckt.

Möge es für uns alle ein toller Frühling werden !

Wolfgang